Wie einfach ist die Bibliothek?

Nutzung

Im neuen OCLC Report At a Tipping Point: Education, Learning and Libraries geht es viel um die sich ändernden Lernbedingungen und welche Rolle Bibliotheken dabei spielen (können). Nach den Autorinnen befinden wir uns zurzeit “an einem Scheidepunkt”, an dem neue Technologien, neue Gewohnheiten (“do-it-myself, at-my-pace, on-my-device”, p 11) und die ökonomischen Rahmenbedingungen zusammenfließen und die Bildungslandschaft einschließlich der Bibliotheken nachhaltig verändern werden.

Die veränderten Lernbedingungen werden primär durch das online Lernen identifiziert und hier vornehmlich durch das Aufkommen der MOOCs. Aber es sind nicht allein diese, sondern an Universitäten in den USA gehören Online-Kurse mittlerweile zum Lehr- und Lern-Alltag: Z.B. sind bereits jetzt etwa die Hälfte der LIS Kurse an der Wayne State University in Detroit, MI, Online-Kurse, die aus unterschiedlichsten Gründen Präsenzkursen vorgezogen werden.

Die Aussagen, die der Report macht, sind jedoch nicht nur hinsichtlich der bibliothekarischen Zielgruppen der Online-Lernenden relevant, sondern ganz grundsätzlich für die strategische Ausrichtung von Bibliotheken.

Eine der Kernempfehlung des Reports ist es, dass Bibliotheken ihren Fokus weg von ihren Produkten und hin auf die Bedarfe ihrer (potentiellen) NutzerInnen richten sollten.

By messaging consumer needs, not products, the library brand can build new relevance for online learners. (p 91)

Your Place to Get Work DoneWe provide...

Die Rede etwa von der Bibliothek als “Raum”, selbst die Formulierung als “Lernraum” oder als “Social Space” etc. blickt auf den Bibliotheksraum als Produkt. Auf die Bedarfe der NutzerInnen zu schauen, hieße jedoch, hervorzuheben, dass die Bibliothek der Raum ist, an dem man “etwas geschafft bekommt”. (p 93)

Von den “needs” der NutzerInnen auszugehen  anstatt das gesamte Portfolio ihrer Produkte anzupreisen, erfordert allerdings von den Bibliotheken, sich auf den Hauptnutzen zu fokussieren, den die “information consumers” durch die Bibliothek haben. Den sieht der Report in der “convenience”/der Einfachheit.

Diese Quintessenz ziehen die Autorinnen aus den Ergebnissen der Umfragen und Erhebungen, die im Rahmen des Reportes durchgeführt wurden, und lassen sie zu dem einfachen Schluss kommen:

Inconvenient = irrelevant. […]

Putting library convenience center stage will increase library relevance.

A stronger focus on the convenience benefit will drive greater value. Libraries must create energy and awareness around library convenience—or no amount of library brand loyalty will matter. (p 95)

Diese Einfachheit muss die Bibliothek dann für sich durchbuchstabieren durch alle bibliothekarischen Dienste, u.a.:

  • Wie einfach kann ich mich ins Internet in den Bibliotheksräumen einloggen?
  • Wie einfach kann ich meine Geräte mit der Infrastruktur koppeln (Internet, Drucker, Scanner,…)?
  • Wie einfach kann ich auf elektronische, lizensierte Medien (von meinen Geräten, von wo immer) zugreifen und sie dann auch nutzen?
  • Wie einfach kann ich mit jemandem Kontakt aufnehmen, wenn ich Hilfe brauche?
  • Wie einfach kann ich die Bibliothek erreichen? (Sowohl die Bibliotheksräume, als auch die Bibliothek als Online-Dienst?)
  • Wie einfach kann ich in den Bibliotheksräumen arbeiten?

Eine einfache Frage an uns selber: “Wie ‘convenient’ sind unsere Bibliotheken?”

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4 thoughts on “Wie einfach ist die Bibliothek?

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